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W.L.W.L.

Speziell auf die Kartoffel bezogene Rezepte,
welche schon meine Uroma in ihre
Hausmannskost einbezog, stelle ich hier
als
Empfehlung gerne einmal vor:    
 

ANNAKARTOFFELN: 
Zuerst werden die mehligen Kartoffeln in rohem Zustand pfopfenförmig geschält und in ca. 2mm dicke Scheiben geschnitten. Danach trocknet man diese mit einem Tuch ab und bestreut sie anschließend leicht mit Salz und Pfeffer. Nun legt man die Kartoffeln Scheibe für Scheibe in gebutterte Becherförmchen und drückt sie mit der Hand vorsichtig ein. Bevor die Förmchen auf ein Blech gestellt werden, gießt man noch ein wenig zerlassene Butter drüber. Jetzt können sie im Herd bei 220 Grad goldbraun gebacken werden, dann auf die Teller gestürzt und als Garnitur ihre Verwendung finden.


KARTOFFELBRÖTCHEN: 
Je nach Bedarf wird eine Anzahl festkochender Kartoffeln gekocht und gerieben und ein Tag lang stehen gelassen. Anschließend werden die Kartoffeln gut durchmischt und mit einem Ei, 2 Esslöffel Semmelbrösel, Salz, einer Prise Zimt, ein wenig Zucker und Muskatnuss sowie einem Butter zu Teig vermengt. Jetzt können daraus Kugeln geformt werden, die etwas abgeflacht werden und in einer Pfanne mit Butter beidseitig schön braun zu braten sind. Dann sind sie mit Apfelmus zu bestreichen und fertig ist dieser kleine Gaumenschmaus.


STRAßBURGER KARTOFFELN: 
Man nehme ein halbes Kilo vorwiegend festkochende Kartoffeln, schäle diese in Scheiben und koche sie danach ohne Salz. Abschließend werden die Kartoffeln abgegossen und zur Seite gestellt. Jetzt zieht man zwei Heringe ab, entgretet sie und legt die Heringe dann in Würfel geschnitten zwei Stunden in Vollmilch ein.
Zwischenzeitlich wird eine Zwiebel in kleine Stücke geschnitten und mit Butter weichgeschwitzt ohne dabei braun zu werden. Nun gibt man einen Esslöffel Mehl dazu und verkocht danach alles mit einem Tassentopf Vollmilch sowie etwas Fleischbrühe zu einer dicksämigen Sauce. Mit Pfeffer und Salz ist die Sauce abzuschmecken und mit der Heringsmilch anzureichern. Zum Schluß werden die Kartoffeln gut mit den Heringswürfeln und der Sauce durchmischt und danach
serviert.

KartoffelgerichteKartoffelgerichte

 


KARTOFFELTÖRTCHEN: 
Dazu werden einige große und längliche vorwiegend festkochende Kartoffeln sauber gewaschen, abgetrocknet und ungeschält im Backofen bei 220 Grad gargebraten. Danach schneidet man von jeder Kartoffel einen Deckel ab und höhlt sie mit einem Teelöffel halb aus. Das aus der Kartoffel Herausgenommene streicht man durch ein Sieb und verrührt es mit zwei Eigelb, einem Esslöffel Butter sowie Salz und Pfeffer. Dann wird noch Muskatnuss und zwei gehäufte Esslöffel Parmesankäse dazugegeben. Anschließend wird die verriebenen Masse noch mit etwas Vollmilch verrührt und danach alles in ein Spritzbeutel mit Sterntülle gefüllt. Jetzt spritzt man die Masse in die ausgehöhlten Kartoffeln und streut jeweils ein wenig geriebenen Käse darüber. Abschließend werden noch
einige Butterflocken darauf gelegt und dann im Backofen goldgelb überbacken. Fertig sind diese kleinen leckeren Törtchen.


KARTOFFELKLÖßE
Zuerst werden 1,5 kg mehlige, rohe Kartoffeln geschält, gerieben undin einem feuchten Tuch ausgedrückt. Dann wird Salz dazugegeben und die Masse mit Wasser oder Milch gebrüht. Jetzt werden noch 1/2 kg bereits gekochte, mehlige Kartoffeln gerieben und mit der anderen Kartoffelmasse zu einem Teig vermengt. Anschließend gibt man Weißbrotwürfel in eine Pfanne mit Margarine und bratet diese goldgelb. Den Kartoffelteig teilt man jetzt in 12 gleich große Stücke und drückt ihn mit feuchten Händen breit. Jetzt werden die Weißbrotwürfel hinzugegeben und dann runde Klöße ohne Risse geformt. Die Klöße werden anschließend in kochendes Salzwasser gegeben und ungefähr 15 Minuten gekocht sowie weitere 10 Minuten ziehen gelassen. Fertig.

  KartoffelpuddingKartoffelpudding

 

Falls man weniger Klöße möchte, kann man 1/2 kg Kartoffelteig nehmen und diesen mit 1 Ei sowie einem halben Päckchen Backpulver vermengen. Jetzt wird der Teig noch mit 50 g Rosinen und geriebener Zitronenschale gut vermengt. Diese Masse wird jetzt in einer vorgefetteten und ausgebröselten Puddingform so verteilt, dass die Form zu 3/4 gefüllt ist. Nun läßt man die Puddingform im Wasserbad 1,5 Stunden kochen, stürzt diese danach auf einen schönen großen Teller um und verteilt am Rande des Tellers noch Aprikosen und ein wenig Saft. Fertig ist der KARTOFFELPUDDING.

 

Guten Appetit!

 

 

 

Loblied auf die Kartoffel
 
Herbei! Herbei zu meinem Sang,
Hans Jörgel, Michel, Stoffel!
Und singt mit mir das Ehrenlied
Dem Stifter der Kartoffel.

Franz Drake hieß der brave Mann,
Der vor zweihundert Jahren
Von England von Amerika
Als Kapitän gefahren.

Und der, als er zurücke kam
Von seinen weiten Reisen,
Die guten Dinger mitgebracht,
Die wir Kartoffel heißen.

Welch ein Gewächs hat Drake uns
Mit dieser Frucht geschenket!
Sagt, Freunde, ist er es nicht wert,
Dass jeder sein gedenket?

Europa sollte diesem Mann
Auf allen seinen Auen,
Wo die Kartoffelernte blüht,
Ein goldnes Denkmal bauen.

Da dieses aber nicht geschieht
Bei unsern schlimmen Zeiten,
So wollen wir in einem Lied
Jetzt seinen Ruhm verbreiten.

Besingt, ihr kühnen Dichter, nur
Die großen und die Weisen,
Wir sind es, die den Drake jetzt
und die Kartoffel preisen.

Seitdem wir diese Knollenfrucht
Im deutschen Reiche sehen,
Kann keine große Hungersnot
Durch Misswachs mehr entstehen.

Gerät auch Korn und Dinkel schlecht,
Wir dürfen nicht verzagen,
Grundbiren trägt uns dann das Feld,
Die stopfen auch den Magen.

Gott hat sie, wie das liebe Brot,
Zur Nahrung uns gegeben,
Viel Millionen Menschen sind’s,
Die von Kartoffeln leben.

Von Basel bis nach Amsterdam,
Von Stockholm bis nach Brüssel,
Kommt Winters nach der Abendsupp’
Auch die Kartoffelschüssel.

Ein Rätsel ist’s, wie ohne sie
Sich unsre Alten nährten,
Ich glaube, hätten wir sie nicht,
Dass wir uns selbst verzehrten.

Dank, edler Drake, habe Danke,
Für deine seltne Speise!
Sie nährt, sie labt, sie nützet uns
Auf hundertfache Weise.

Lasst dieser vielen Arten uns
Nur einige ermessen:
Erdbeerenschnitz und Fleisch dazu,
Das ist ein köstlich Essen.

Grundbiren, frisch vom Sud hinweg,
Dazu ein Bällchen Butter,
Das ist – nicht wahr, ihr stimmt mir ein?
Ein delikates Futter.

Salat davon, gut angemacht,
Mit Feldsalat durchschossen,
Der wird mit größtem Appetit
Von jedermann genossen.

Gebrätelt schmecken sie auch gut,
In saurer Brüh nicht minder;
Erdbirenköpfe essen gern
Die Eltern und die Kinder.

Erdbirenbrot, Erdbireneis –
Auch Puder und Pomade,
Sind, nebst des Küfers Brannetewein,
Kartoffelfabrikate.

Hat jemand sich die Haut verbrannt
Und hilft kein Feuersegen,
So darf er auf die Wunde nur
Kartoffelschabsig legen.

Und welche Wohltat sind sie uns
Damit das Vieh zu mästen!
Und wie viel Sorten gibt’s! Jedoch
Die guten sind die besten.

                                                                (Samuel Friedrich Sauter - 1766-1846)